Ausgabe Nr. 414

Leider vergriffen!

Vincenz Oertle:
PRO PETRI SEDE – Die päpstliche “Fremdenlegion”

Abb.: Bayerischer (?) Leutnant der Zuavi in piccola tenuta, Ritter des St. Gregorius-Ordens und Veteran der Schlacht bei Castelfidardo (Originalfoto, beschriftet: “Hommage respectueux, Rome 15. Septembre 1861, F. Hefner”: Sammlung Autor)

Die sich über vier Jahrhunderte erstreckende Militärtradition der eidgenössischen Fremddienste ist nur teilweise erforscht. Die Solddienste im bourbonischen und napoleonischen Frankreich, im Königreich beider Sizilien (Neapel) sowie die im Jahre 1506 von Papst Julius II. gegründete Schweizergarde sind bereits umfangreich dokumentiert.

Hingegen wenig beachtet blieb, dass im 19. Jahrhundert auch Schweizer Linieninfanterie unter den Feldzeichen des Kirchenstaates diente.

Die offizielle Bezeichnung dieser Truppen lautete “Reggimenti Esteri” (Fremdenregimenter), die nahezu drei Jahrzehnte die “Korsettstangen” der päpstlichen Streitkräfte bildeten. Nach ihrer Auflösung im Jahre 1861 fiel ihre Rolle multinationalen Freiwilligenverbänden zu. Belgier, Italiener, Kanadier, Holländer, Franzosen, Schweizer, Iren, Südamerikaner, Ungarn, Österreicher, Deutsche, Spanier und Schweden waren zum Schutze des Heiligen Vaters herbeigeeilt, um schließlich im September 1870 aus dem nunmehr vereinten Italien abgeschoben zu werden.

In seinem Artikel versucht der Autor etwas Licht in das Dunkel dieses Kapitels der Militärgeschichte des Kirchenstaates zu bringen. Bildliche Ergänzung erfährt der Artikel durch einzigartige, aus altem Walliser Besitz stammende Originalaufnahmen der 1860er Jahre sowie durch die originellen, uniformkundlich aber nicht ganz zuverlässigen Aquarellen des Zürcher Infanteriemajors und Militärmalers Alfred von Escher (1833-1905).


Wolfgang Friedrich:
Die Uniformierung der kursächsischen Armee zur Zeit der Schlacht bei Jena im Jahre 1806

Im zweiten Teil der dreiteiligen Artikelserie beschreibt der Verfasser im Zusammenhang mit sechs anschaulichen Farbtafeln sehr detailliert und umfassend die Uniformierung des Artilleriekorps, einschließlich der am 1. Mai 1806 errichteten reitenden Batterie, des Ingenieurkorps, der schweren Kavallerie (hier das Regiment Karabiniers und das Kürassier-Regiments von Kochtitzky), der Chevauxlegers-Regimenter und des 1791 errichteten Husarenregiments.

Abb.:
Uniformierung der kursächsischen Artillerie (ohne berittene Batterie) im Jahre 1806


Abb.: Majorsepaulett 1859-1867 (Lippisches Landesmuseum Detmold)

Ulrich Herr:
Uniformen des Füsilier-Bataillons Lippe 1859 bis 1867

Bereits in der Zeitschrift für Heereskunde Nr. 397 (Juli/September 2000) hat Alexander Seyferth in dem Artikel “Die Eingliederung nicht-preußischer Kontingente in das Heer des Norddeutschen Bundes 1867 am Beispiel des Füsilier-Bataillons Lippe” den geschichtlichen Hintergrund zu diesem Thema aufgezeigt.

So beschränkt sich der Autor nun auf die im Jahre 1859 beginnende und im Jahre 1861 abgeschlossene Neuuniformierung dieses Bataillons. Neben der Änderung der Farbe des Kragens, der Ärmelaufschläge und Knöpfe sowie der Form der Ärmelaufschläge war auch an die Abschaffung der seit 1849 vorschriftsmäßigen und seit der Einführung nicht veränderten Pickelhaube gedacht. Doch die Entscheidung in Bezug auf die Einführung eines Käppis verzögerte sich, vermutlich auch aus finanziellen Gründen. Erst am 2. November 1860 fiel die Entscheidung zu Gunsten dieser Kopfbedeckung.

In seine Betrachtung über die Einführung der neuen Uniformierung bezieht der Verfasser erstmalig auch die Militärärzte und Zahlmeister mit ein.


Claus Stefanski:
Der Traditionssäbel der 4. Kompanie des Garde-Jäger-Bataillons

In diesem Beitrag berichtet Claus Stefanski anhand eines Beispiels über die Schaffung von “Traditionen” in der alten Armee. Er stellt den heute verschollenen Säbel der 4. Kopmpanie des Garde-Jäger-Bataillons vor, der rund 60 Jahre vom jeweiligen “Spieß”, in der Tradition seines ersten Trägers, dem tapferen Kompaniefeldwebel Ockel, geführt worden ist.

Abb.: Der “Traditions-Säbel”aus dem Garde-Jäger-Bataillons

Abb.: Helm der berittenen Landgendarmerie mit dem 1895 verliehenen Gardestern (Foto der Fa. Jan Kube Militaria-Auktionen, 91484 Sugenheim).

Volker Simons:
Der Zierrat auf der Kopfbedeckung der Landgendarmerie – Grenadieradler, Grenadieradler mit Gardestern, Gardeadler oder: Wie es dazu kam, dass die preußische Landgendarmerie den Gardestern auf den Adler erhielt

Detailfragen über die Kopfbedeckung der preußischen Landgendarmerie heute noch zu klären, erscheint sehr schwer, wenn nicht sogar unmöglich.

Die Landgendarmerie war zwar ein Teil der Preußischen Armee, gleichwohl wurde sie in neuzeitlichen Uniformwerken kaum beachtet. Die Literatur, die etwas zum Aussehen der Kopfbedeckung der Landgendarmerie aussagt, legt sich in Bezug auf Einzelheiten zumeist nicht eindeutig fest. Vorhandene zeitgenössische Uniformtafeln sind zum Erkennen von Einzelheiten viel zu ungenau.

Mit diesem Artikel möchte der Verfasser zum einen die drei verschiedenen Typen von Adlern vorstellen, die von der preußischen Landgendarmerie in der Zeit zwischen 1820 und 1918 an der Kopfbedeckung getragen wurden, und zum anderen möchte er den dabei aufgefundenen, zu recht interessant erscheinenden Schriftverkehr vorstellen, der die Hintergründe der Verleihung des Gardesterns an die Landgendarmerie darstellt.


Abb.:
Präsentation des Großadmiralstabes (Paradestab) im Museum Shrewsbury

Gerhard Beckmann:
Der Großadmiralstab des Großadmirals Dönitz

In der Kaiserlichen Marine führten die Großadmiräle neben dem Paradestab das Fernrohr als Interimsstab, so auch die beiden Großadmiräle der Kriegsmarine Raeder und Dönitz. Über den Verbleib der Paradestäbe und der Interimsstäbe beider Großadmiräle rankten sich lange Jahre “Geheimnisse”. Dönitz’ Stäbe waren ihm bei seiner Verhaftung am 23. Mai 1945 in Flensburg abgenommen worden. In der Hoffnung, dass beide Stäbe wieder in Deutschland auftauchen würden, vermachte Dönitz am 10. Februar 1977 in einem Nachtragstestament seinen Paradestab dem Deutschen Marinebund, der es als seine Pflicht ansah, den Stab wieder zu beschaffen. In seinem kurzen Artikel schildert der Autor den Verlauf des Prozesses um den Paradestab, der sich vermutlich im Museum des Shropshire Regiments in Shrewsbury (Großbritannien) befindet.

Anmerkung der Redaktion:
Eine aktuell recherchierte Ergänzung/Berichtigung erfolgte in Heft 415.


Der Holzschnitt von Hans Burkmair zeigt das Handgemenge zwischen Engländern und Schotten, nachdem die schottische Artillerie von der englischen ausgeschaltet worden war. Unter hohen Verlusten hatten die Schotten die englischen Reihen erreicht.

Hagen Seehase:
Die Feldartillerie bei Flodden Field 1513

Die Artillerie spielte schon in der Endphase des Hundertjährigen Krieges (1337-1453) eine wichtige Rolle, wenngleich es sich dabei überwiegend um Belagerungsartillerie handelte.

Diese wurde aber auch in einer Feldschlacht wie z.B. der Schlacht von Castillon (1453) eingesetzt. Nur behelfsmäßig beweglich gemacht erzielte sie aufgrund ihrer langsamen Schussfolge und ihrer Schwerfälligkeit hinsichtlich eines erforderlichen schnellen Stellungswechsels keinen Schlachten entscheidenden Einfluss.

In der Epoche der Rosenkriege (1455-1485) und in den sogenannten “Burgunderkriegen” änderte sich die taktische Lage schlagartig: Alle Kontrahenten machten von der Feldartillerie regen Gebrauch und sie sollte den Engländern in der Schlacht bei Flodden Field am 9. September 1513 gegenüber den Schotten unter König James IV. den Sieg bringen.

In seinem Artikel geht der Verfasser ausführlich auf das damalige Artilleriematerial sowohl der Engländer als auch der Schotten ein und erläutert ihren taktischen Einsatz am Beispiel der Schlacht von Flodden Field.


Last but not least sucht Ulrich Herr nach einer Antwort zu bisher unbekannten Abzeichen der Alten Armee, hier auf der Brust der Feldartilleristen vor dem Kasino des Truppenübungsplatzes Neuhammer.

Das Bild stammt aus dem Jahre 1911.